Hundephobie – Wie Sie die Angst vor Hunden überwinden und so besiegen können

Die Angst vor Hunden, im Fachjargon auch Canophobie genannt, zählt zu den spezifischen Angststörungen. Dabei muss sie aber genauso wie jede andere Phobie ernst genommen werden.

Jede Art der Phobie kann das Leben eines Menschen gewaltig beeinträchtigen und die Lebensqualität stark einschränken.

Schwitzige Hände, ein Ohnmachtsgefühl, Herzrasen – diese Symptome durchläuft unser Körper in einer Angstsituation. Menschen, die unter einer Hundephobie leiden, durchleben genau jene körperlichen Reaktionen, wenn sie mit ihrem Angstauslöser, dem Hund, konfrontiert sind.

Woher rührt aber nun die Angst vor Hunden (Hundephobie)?

Die Gründe können unterschiedlicher Natur sein. Zum einen ist es ein Urinstinkt des Menschen, ein Tier, das ihm gefährlich werden könnte, zu meiden oder zumindest eine gewisse Distanz zu ihm zu wahren.

Diese Urangst ist prinzipiell nichts Schlechtes, denn sie warnt uns vor Gefahren und steigert unsere körperliche Leistung, um für die Flucht gewappnet zu sein. Im Alltag allerdings ist diese Angst, sofern sie ein gewisses Maß übersteigt, hinderlich und kann die Bewältigung des alltäglichen Lebens beträchtlich erschweren.

Ein weiterer Grund für die Entstehung einer Hundephobie könnte die Berichterstattung durch die Medien sein. Sie kennen mit Sicherheit Menschen, die von vornherein gewisse Hunderassen als Kampfhunde abstempeln und diese als typisch aggressiv bezeichnen.

Vielleicht ertappen Sie sich gerade auch selbst dabei, dass Sie diese Gedanken hegen. Ein großer Teil dieser Vorurteile wird durch die Medien und ihre Berichterstattung geschürt.

Schlechte Erfahrungen, die mit Hunden gemacht wurden, spielen mit Sicherheit eine wesentliche Rolle beim Auftreten einer Hundephobie. Vor allem Kinder werden durch negative Erfahrungen schnell beeinflusst, sodass beim erneuten Auftreten derselben Situation Angst vorprogrammiert ist.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass Erwachsene diese aufgetretenen Situationen mit dem Kind gemeinsam rekapitulieren und erklären, was passiert ist und warum und wie beim nächsten Mal damit umgegangen werden soll.

Die meisten Hunde sind schließlich an Menschen gewöhnt und nicht grundsätzlich aggressiv. Oftmals liegt der Reaktion eines Hundes ein Missverständnis zugrunde, das auf der falschen Deutung des Verhaltens des Hundes durch die Menschen beruht.

Zu guter Letzt sollte auch nicht vergessen werden, dass Kinder von ihren Eltern lernen. Verhält sich das Elternteil also ängstlich gegenüber dem Hund, wird das Kind diese Verhaltensweise erspüren und wahrscheinlich übernehmen.

Dieses Modelllernen sollte man daher nicht unterschätzen und darauf achten, als Elternteil richtig zu reagieren. Auch ein Vermeiden der Situation hilft dabei nicht, denn dadurch wird die Angst nicht beseitigt.

Das Kind wird sich gegebenenfalls fragen, warum die Situation von der Mutter oder vom Vater vermieden wird und automatisch eine bedrohliche Situation vermuten.

Welche Probleme ergeben sich durch eine Hundephobie?

Neben den körperlichen und psychischen Reaktionen auf die Begegnung mit einem Hund ergibt sich auch immer eine belastende Situation für den Betroffenen.

Je nach Ausmaß der Angst kann das Leben soweit eingeschränkt sein, dass im schlimmsten Fall das Verlassen des Hauses nicht mehr möglich ist.

Dies kann einhergehen mit dem Verlust der Arbeit, dem Rückzug vom sozialen Umfeld und Vereinsamung.

Außerdem können sich weitere, allgemeine Angststörungen entwickeln, die das Leben des Betroffenen zusätzlich belasten.

Wie können Sie nun aktiv gegen eine Hundephobie vorgehen?

Wenn Ihre Angst vor Hunden nicht allzu stark ausgeprägt ist, können Sie versuchen, in Situationen der Konfrontation bewusst ruhig zu atmen, sich anderweitig zu konzentrieren anstatt sich in die Angst hineinzusteigern.

  • Versuchen Sie, ihre körperlichen Reaktionen bewusst zu beeinflussen, um eine Panikreaktion zu unterbinden.
  • Halten Sie ruhig Abstand zum Hund, meiden Sie ihn aber nicht.
  • Es ist außerdem wichtig, nicht zu schreien oder herumzuzappeln, da der Hund dieses Verhalten falsch auffassen könnte und unsicher reagieren könnte.

Ist die Angst vor Hunden schon zu weit fortgeschritten, bedarf es meist professioneller Hilfe. Ängste können erlernt aber zum Glück auch wieder verlernt werden. In einer professionell geführten Therapie wird die Heranführung an die Angst schrittweise vorgenommen.

Hundephobie überwinden
Dabei kann als Ausgangspunkt das Anschauen eines Bildes oder eines Videos des Hundes dienen und soll etappenweise in Richtung der Berührung eines Hundes geführt werden. Dabei ist es aber wichtig, fachkundige Personen zu Rate zu ziehen, welche auch wirklich mit der Materie der Hundetherapie vertraut sind.

Oftmals beruhen vermeintlich gefährliche Situationen mit einem Hund auf einem Missverständnis, das in der falschen Deutung des Verhaltens des Hundes liegt. Ein Hund könnte beispielsweise versuchen, ein Kind, das sich aufgrund seiner Größe mit ihm auf gleicher Augenhöhe befindet, zu beschnuppern.

Das Kind läuft weg, was der Hund als Aufforderung zum Spielen auffasst. Das Kind aber merkt, dass der Hund es verfolgt und hat Angst. Springt das Tier das Kind vielleicht auch noch an, weil es spielen möchte, kann dies schon eine bedrohliche Situation für das Kind darstellen.

Wenn das Kind nun wiederum anfängt zu schreien oder um sich zu schlagen, könnte das den Hund verunsichern und zu einer unerwarteten Reaktion führen. Sie sehen also, wie leicht Missverständnisse zwischen Hund und Mensch entstehen können und wie wichtig es ist, das Verhalten eines Hundes richtig zu deuten und verstehen zu lernen.

Mindestens genauso wichtig ist es zu verstehen, wie das eigene Verhalten auf den Hund wirkt. Schreien und Herumzappeln verunsichert den Hund genauso wie uns Menschen.

Machen Sie sich bewusst, dass ein Hund auch immer die Verhaltensweise von uns Menschen analysiert und bewertet. Tiere merken es also, wenn Sie Angst verspüren oder wütend sind und können dementsprechend unsicher darauf reagieren.

Wir lernen unseren Kindern, die Gefahren des Straßenverkehrs und des alltäglichen Lebens wahrzunehmen und zu vermeiden. Der richtige Umgang mit Hunden sollte aber eigentlich genauso gelernt werden.

Es ist wichtig, die Ängste sowohl der Erwachsenen als auch der Kinder ernst zu nehmen. Beschwichtigen Sie Ihr Kind nicht mit Sätzen wie „Der tut dir nichts“ oder „Stell dich nicht so an“. Angst ist eine ernstzunehmende Reaktion des Körpers.

Es muss nicht sein, dass Sie Ihr Leben von einer Angst bestimmen lassen. Mithilfe einer Therapie können Sie ein großes Stück Ihrer Lebensqualität wiedererlangen. Das Ziel muss dabei nicht sein, einen Hund anfassen zu können oder gar selbst einen zu führen.

Ziel soll es sein, die lähmende Angst abzulegen und ein gesundes Maß an Respekt gegenüber dem Hund zu entwickeln.

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